Geschichte des Flughafens Tempelhof

1923 erhielt der Flughafen Tempelhof als erster Verkehrsflughafen der Welt seine Konzession. Die erste Linienflugstrecke ging von Berlin nach Königsberg. 100 Starts und Landungen im ersten Jahr zeugten von großer Beliebtheit und eine Erweiterung des Flughafens wurde geplant.

Die noch heute bestehende Berliner Flughafen Gesellschaft mbH (BFG) wurde am 19. Mai 1924 gegründet.

In den 1930er Jahren stand der Flughafen Tempelhof mit seinem Verkehrsaufkommen an der Spitze des europäischen Flugverkehrs. Die Grenzen der technischen Möglichkeiten waren bald erreicht, so dass 1934 eine Erweiterung geplant wurde. Der Flughafen sollte dann bis zu sechs Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können.

Das in der Folgezeit entstandene Flughafengebäude gehörte damals zu den drei größten Gebäuden der Welt. Die Gesamtlänge des Gebäudes beträgt auch heute noch 1.230 m.

Bauarbeiten und Flugverkehr liefen auch bei Kriegsbeginn 1939 weiter. Die Anlage wurde während des Krieges durch Bombardierungen mehr und mehr beschädigt, sodass der zivile Flugverkehr kurz vor Kriegsende ganz eingestellt wurde.

 

Nachkriegszeit

Im April 1945 wurde der Flughafen Tempelhof von sowjetischen Truppen besetzt und am 4. Juli 1945 an das US Militär übergeben.

1948, während der Blockade West-Berlins durch die Sowjetunion, wurde die Bevölkerung durch eine Luftbrücke mit Gütern versorgt. Ein großer Teil der Flugladung bestand aus Brennstoffen. Die lebensnotwendige Versorgung durch die Luftbrücke zwischen verschiedenen westdeutschen Städten und Berlin dauerte von Juni 1948 bis Mai 1949. In Tempelhof startete und landete zeitweise alle 90 Sekunden ein Flugzeug.

1950 wurde ein Teil des Flughafens Tempelhof wieder zur zivilen Nutzung freigegeben.

1985 konnte schließlich der ganze Flughafen für die zivile Luftfahrt genutzt werden.

1993 übergab die US Air Force den Flughafen an die Berliner Flughafen Gesellschaft.

 

Die Schließung des Flughafens

Bereits 1994 sah der Berliner Senat eine Umwidmung des Flughafengeländes mit zukünftiger Nutzung als Gewerbe-, Wohn-, Park-, Sport- und Sonderfläche vor.

Im sogenannten „Konsensbeschluss“ einigten sich 1996 Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) auf den Neubau eines Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI), in dessen Folge auch die Schließung der innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel vereinbart wurde.

Der letzte Charterflug und gleichzeitig der letzte Start eines Jets von Berlin-Tempelhof erfolgte am 30. Oktober 2008.

Seit 2000 wird der Hangar 2 als Eventlocation genutzt.